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"Ist digital normal?" – Vernetzung und Medienkompetenz

Wer lesen kann, ist im Vorteil! Dieser Satz hatte für weite Strecken des 19. und 20. Jahrhunderts einiges an Wahrheit zu bieten. Medienkompetenz war Lesekompetenz. Darauf baute der kritisch-reflexive Umgang mit audiovisuellen Medien auf. Das Medium des Internets erhöht exponentiell die prinzipiellen Partizipationsmöglichkeiten und Informationsmöglichkeiten, die einem Nutzer zur Verfügung stehen. Dieses überquellende mediale Angebot führt aber leicht zur Belastung oder gar Überlastung des Nutzers. Vernetzung führt zu Frustration. Hier gerät die klassische Form der Medienkompetenz an ihre Grenzen. Es stellt sich die Frage, ob in einer digital vernetzten Welt der Begriff Medienkompetenz viel umfassender gedacht werden muss? Erzeugt das Internet möglicherweise neue Wissensordnungen und damit auch neue Formen der digitalen Normalität, und wir sind bloß noch nicht kompetent genug sie zu nutzen?
Als Abschlussvortrag der medienwissenschaftlichen Sektion der interdisziplinären Vortragsreihe “Netzwerke in Medien und kulturellen Prozessen” des Exzellenzclusters der Universitäten Trier und Mainz im Wintersemester 2009/10 spricht Prof. Dr. Michael Jäckel von der Universität Trier zu diesem aktuellen und brisanten Thema. Ausgehend von der Frank Schirrmacher/ Sascha Lobo-Kontroverse arbeitet er die Chancen und Risiken einer digital vernetzten Lebenswelt heraus.
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