Direct Cinema & Cinéma Vérité im filmischen Schaffen von Klaus Wildenhahn / Teil 1

Klaus Wildenhahn (geb. 1930) ist der Wegbereiter des sogenannten uncontrolled oder “direct cinema“ in Deutschland. Die Begegnung mit dem amerikanischen Dokumentarfilmer Richard Leacock in den 60er Jahren verändert sein Leben. Wildenhahn findet seinen Weg: Dokumentarfilme drehen mit der Methode des direct cinema. In den 1970er Jahren arbeitete Klaus Wildenhahn als Dokumentarfilmer beim NDR. Wildenhahns Filme sind ein Meilenstein in der Geschichte des deutschen Dokumentarfilms und beeinflussten viele Filmemacher.

Zitat: Das Kriterium für Wahrheit und Würde des Dokumentarfilms liegt Wildenhahn zufolge in einer besonderen Nähe des Filmenden zum Gefilmten. Sie ist nicht in erster Linie ästhetisch definiert, sondern moralisch und politisch. Die Tugend des Dokumentarfilmers zeigt sich in der behutsamen, gespannten und geduldigen Beobachtung von sozialen Prozessen und Menschen, die in der politischen und kulturellen Öffentlichkeit gewöhnlich nicht repräsentiert, ‚nichts zu melden' haben ... Die Tugenden des Dokumentarfilm-Handwerks sind entsprechend: Langzeitbeobachtung, möglichst unauffälliges, der ‚Erzählung' des ‚Protagonisten' sich anpassendes Filmen, lange Kameraeinstellungen, selbstlose, (wie) vom ‚Rohmaterial' selbst hervorgebrachte Montage, Eliminierung oder Minimalisierung der Kommentarebene, keine zusätzlichen, zwischen Zuschauer und ‚Erzähler' sich drängenden ‚synthetischen' Filmelemente. Derart seine Form immer nur auf- oder herausfindend, nicht eigenmächtig bestimmend oder erfindend (Vorwurf des Subjektivismus, Individualismus), ist der konsequent altruistische Dokumentarfilm wildenhahnscher Prägung das Gegenteil von Formalismus: der dokumentarische Inhalt sucht und bestimmt seine Form'. (Cinegraph: Klaus Wildenhahn)

In dem Interview mit dem Dokumentarfilmer Rasmus Gerlach erzählt Klaus Wildenhahn am Beispiel seines Filmes „Nocheinmal HH 4, Reeperbahn nebenan“ (1990/1991), wie er als Dokumentarfilmer arbeitet.

Das Filmseminar „Direct Cinema / Cinéma Vérité im Wandel der Zeit“ beschäftigte sich im Wintersemester 2009/2010 mit den Anfängen der beiden dokumentarischen Filmrichtungen in den 1960er Jahren und legte im Weiteren seinen Fokus auf die ästhetischen Ausformungen und künstlerischen Weiterentwicklungen. Geleitet wurde das Seminar von dem Filmemacher und HFBK-Professor Pepe Danquart an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Weitere Informationen: ::: Zweiter Teil des Interviews

::: Bachelorstudium Film

::: Masterstudium Film

::: Vorlesungsverzeichnis der HFBK

Postproduktion: Multimedia Kontor Hamburg

Direct Cinema/Cinéma Vérité

Hochschule für Bildende Künste Hamburg
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Das Filmseminar an der Hochschule für bildende Künste Hamburg „Direct Cinema / Cinéma Vérité im Wandel der Zeit“ beschäftigte sich mit den Anfängen der beiden dokumentarischen Filmrichtungen in den 1960er Jahren und legte im Weiteren seinen Fokus auf die ästhetischen Ausformungen und künstlerischen Weiterentwicklungen.

Mit Filmbeispielen aus den Anfängen bis heute näherte sich das Seminar dieser besonderen Art des filmischen Arbeitens an. Aber auch der formale und ästhetische Wandel unter Einbeziehung der fortwährenden technischen Innovationen wie zum Beispiel die Digitalisierung eine ist, wurden diskutiert.

Ergänzt wurde das Seminar durch Vertreter dieses Genres wie z.B.: Klaus Wildenhahn, Kay Hoffmann und andere.

Das im Sommersemester 2009 gestartete Filmseminar an der Hochschule für bildende Künste Hamburg wurde geleitet von dem Filmemacher und Professor Pepe Danquart und setzte sich im Wintersemester 2009/2010 fort.

Weitere Informationen:
::: Bachelorstudium Film

::: Masterstudium Film

::: Vorlesungsverzeichnis der HFBK

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