"Die ungleiche Gleichverteilung des Sozialkapitals" - Soziale Ungleichheit in Netzwerken

Was ist Sozialkapital? Das Sozialkapital, wie es etwa Pierre Bourdieu vorschwebt, ist nicht in erster Linie als soziale Reserve zu verstehen, welche die Möglichkeit bietet, im Bedarfsfall nach Belieben Gefälligkeiten abzuschöpfen, sondern erfordert zunächst und vor allen Dingen die beständige Investition in entsprechende Netzwerkstrukturen. Ein sicherer Ertrag ist zum Zeitpunkt, da gesellschaftlicher Aufwand betrieben wird, um sich vorteilhafte Kontakte zu sichern, längst nicht gegeben. Im konkreten Falle der "Deutschland-AG" des frühen 20. Jahrhunderts zeigt sich zudem, dass die Verteilung des Sozialkapitals dabei keineswegs gleichmäßig erfolgt. Vielmehr lassen sich eindeutige Monopolisierungstendenzen in Bezug auf Träger und Standorte des Sozialkapitals feststellen.
Am Beispiel der Deutschen Bank und anderer Unternehmen erläutert Prof. Dr. Paul Windolf von der Universität Trier die soziale Ungleichheit von Netzwerken, verdeutlicht die Relevanz von "go-betweens" innerhalb der Netzwerkstrukturen und erklärt im Zuge dessen einige der grundlegenden Aspekte der Sozialen Netzwerkanalyse. Damit bildet er zugleich den Auftakt der interdisziplinären Vortragsreihe 2009/10 "Netzwerke in Medien und kulturellen Prozessen" des Exzellenzclusters der Universitäten Trier und Mainz.

Soziale Netzwerkanalyse

Universität Trier
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Im Forschungscluster Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke an der Universität Trier beschäftigen wir uns mit der Genese und Dynamik sozialer Bindungen und Netzwerke in Phasen gesellschaftlicher Transformation/Strukturwandels in den drei Dimensionen: Ausweitung ökonomischer Interdependenzen, Wandel kultureller Identitäten und Prozesse sozialer Exklusion bzw. Marginalisierung.

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